Sommer 2003
Die Julisonne verwandelt den Circusplatz in Tafers in eine glühende Wüste. Die Mittagshitze legt sich lähmend über uns; nur mühsam kommen wir mit den Abbauarbeiten voran. Kein schattenspendender Baum in Sicht, kein noch so feines Lüftchen weht, welches auch nur eine klitzekleine Abkühlung brächte.
Mit einer grossen Kiste schleppe ich mich über den heissen Platz. Welche Ironie des Schicksals: schlaff liegen die roten Feuerwehrschläuche da, der Hydrant ist abgestellt. Mit schwitzenden Händen in den grossen Arbeitshandschuhen versuche ich die Bajonettverschlüsse zwischen den Schläuchen zu öffnen. Aber die Hitze scheint das Metall zusammengeschweisst zu haben. Erst mit lautem Fluchen gelingt es mir endlich, die Schläuche voneinander zu lösen. Auf dem glühenden Asphalt gestaltet sich das Rollen mühsamer als sonst, immer wieder fallen die Schläuche auseinander. T-Shirt und Überhose kleben an meinem Körper, als endlich alle Schläuche bereit zum Transport in der Kiste liegen.
Die Führerkabine meines Transporters ist aufgeheizt wie eine finnische Sauna und macht die Fahrt nach Ins zu einer weiteren Tortur. Der Circusplatz wird hier zum Glück etwas von Bäumen beschattet. Trotzdem liegen wir nach dem Aufstellen des Zeltes buchstäblich wie tote Fliegen zwischen den Circuswagen, zu nichts zu bewegen. Da fällt das Zauberwort und zwanzig Minuten später stürzt sich eine wilde Horde in die kühlen Fluten des Murtensees.
© Verena Kaiser