Die Musik von Mozart erfüllt den Kirchenraum von Saanen. Die Zuhörer lassen den Alltag draussen. Entspannt geniessen sie die wunderschönen Töne. Langsam lösen sich die Noten der Reihe nach von ihren Linien auf dem Blatt, steigen in die Luft und tanzen in langen Schlangen durch die Kirche. Sie blähen sich auf, werden dicker und lauter. Dazwischen hüpfen kleine, leise Töne. Muntere Notenbänder in allen Grössen ziehen um die Hörer herum und verschwinden in deren Ohren. Hanna und Oskar halten sich bei der Hand und geben sich der Musik hin. Sie lauscht für beide, er geniesst die Bilder, die er dabei sieht. Ein Unfall hat Oskar das Gehör geraubt und ihm dafür die Farben geschenkt. Seine Geige liegt seither unberührt auf Hannas Klavier. Plötzlich wickelt sich ein buntes Notenband um Oskars Kopf. Er sieht sich als Musikschüler im Schulorchester. Dann findet er dank seiner Geige die Frau seines Lebens. Das Band löst sich, die Gedanken schweifen weiter und führen ihn zur Idee, seine Biografie zu schreiben. Ein buntes Buch soll es werden. Er will seine neue Fähigkeit nutzen: Töne und Wörter in Farben umwandeln. Vielleicht wird er dazu sogar wieder mit dem Geigenspiel beginnen. Oskar sieht sich und Hanna in einem Farbenmeer versinken, lachend wieder auftauchen und gemeinsam davonschwimmen. Sachte drückt Hanna Oskars Hand. © Betty FontanaOskar